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Bundesrepublik in Mitteleuropa, 357 022 km2 , 82,53 Mio. Einwohner, Hauptstadt Berlin, Amtssprache Deutsch.

Land und Leute

Geografisch gliedert sich Deutschland in drei Hauptlandschaften: nördliche Alpen und Alpenvorland bis zur Donau, Mitteldeutsches Gebirgsland und Norddeutsche Tiefebene; Deutschland grenzt an die Nord- und die Ostsee, zahlreiche Gewässer (Seen v. a. im Alpenvorland und auf der Mecklenburgischen Seenplatte, Flüsse bis auf die Donau meist nach Norden hin entwässernd), größte Flüsse Rhein, Donau, Weser, Elbe, Main, Oder. Mildes Mischklima mit ozeanischen und kontinentalen Einflüssen, niederschlagsreich.

Wirtschaft

Deutschland ist ein Industrieland, die Landwirtschaft hat trotz moderner Produktionsmethoden und hoher Erträge nur einen geringen Anteil am Bruttosozialprodukt, Ackerbau mit Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Futterpflanzen, im Südwesten Obst- und Weinanbau; Viehzucht mit Schwerpunkten in Norddeutschland und im Alpenvorland (Milch- und Mastrinder, Schweine, Geflügel). Bodenschätze: Steinkohle an Ruhr und Saar, Braunkohle bei Aachen, in Sachsen und der Lausitz, Eisen-, Kupfer-, Kalivorkommen. Zentrum der Montanindustrie ist das Ruhrgebiet. Die deutsche Metallindustrie hat ihre Schwerpunkte im Kraftfahrzeugbau und im Werkzeugmaschinenbau, Elektrotechnik, Optik und Feinmechanik sind hoch entwickelt, bedeutend v. a. die chemische Industrie; in den Ballungszentren (Rhein-Main, Ruhr, Berlin, Hamburg, München, Stuttgart) ausgebauter Handels- und Dienstleistungssektor, deutsches Bankenzentrum ist Frankfurt am Main; die Deutsche Mark war Leitwährung in der Europäischen Gemeinschaft. Als Transitland verfügt Deutschland über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz (Eisenbahnen, Binnenwasserstraßen, Autobahnen, Flughäfen). Die Bevölkerung ist ethnisch weitgehend homogen, neben kleinen Minderheitsgruppen (Dänen in Schleswig, Sorben in der Lausitz) ließen sich in den letzten Jahrzehnten aber v. a. in Westdeutschland viele Ausländer (Türken, Südeuropäer) als Arbeitsimmigranten nieder; die Deutschen lassen sich analog der geografischen Gliederung sprachlich in Ober- (Süd-), Mittel- und Nieder-(Nord-)Deutsche einteilen.

Geschichte

Der Süden und Westen des heutigen Deutschland war von den Römern besetzt, im Zuge der Völkerwanderung von germanischen Stämmen aus dem Osten besiedelt, östlich der Elbe von Slawen; im 9. Jh. entstand unter den letzten Karolingern bei der Teilung des Frankenreichs aus dessen östlicher Hälfte das Deutsche Reich. Der Sachsenherzog Heinrich I. wurde erster deutscher König (916–36), Otto I. (936–973) erhielt vom Papst die Kaiserkrone und begründete das "Heilige Römische Reich deutscher Nation". Im Mittelalter herrschten nacheinander sächsische, salische und staufische Dynastien, die das Reich nach Osten erweiterten, aber zunehmend auch Italien in ihre Politik einbezogen; Konflikte mit dem Papsttum um die geistliche und politische Vorherrschaft; Erstarken der Landesfürsten, nach der kaiserlosen Zeit des Interregnums (1256–1273) weitere Schwächung der Zentralgewalt zugunsten des Adels, besonders der zur Königswahl berechtigten Kurfürsten, letzte Dynastie von 1438–1806 die Habsburger, die aber nur mehr nominell höchste Autorität des Reiches waren. Die Reformation bewirkte im 16. Jh. eine weitere Zersplitterung des Reiches, 1618–1648 Dreißigjähriger Krieg zwischen protestantischen und katholischen deutschen Staaten; im 17. und 18. Jh. Ausbildung von Österreich und Preußen als stärkste Mächte im Reich. In den Napoleonischen Kriegen weite Teile Deutschlands unter französischer Vorherrschaft, 1806 formales Ende des alten Reiches mit der Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II. Nach den Befreiungskriegen Einigungsbestrebungen, doch die 1848 versuchte Konstituierung eines geeinten Nationalstaats scheiterte; erst im Krieg gegen Frankreich 1870/71 gelang es Preußen unter Regie des Kanzlers Bismarck, die deutsche Staaten (ohne Österreich) zum Deutschen Reich zusammenzuschließen. 1914 führte die Weltmachtpolitik Kaiser Wilhelms II. zum Ersten Weltkrieg, den Deutschland verlor; die 1918 aus der Niederlage entstandene erste deutsche Republik blieb schwach, der Aufstieg des Nationalsozialismus leitete 1933 das diktatorische Regime Hitlers ein, der 1939 den Zweiten Weltkrieg begann. Nach der Kapitulation 1945 wurde Deutschland von den siegreichen Alliierten in Besatzungszonen aufgeteilt, aus denen 1949 die Bundesrepublik Deutschland (aus der britischen, französischen und amerikanischen) und die Deutsche Demokratische Republik (aus der sowjetischen Zone) hervorgingen. Die parlamentarische und demokratische Bundesrepublik Deutschland schloss sich nach der Teilung dem Westen an (NATO- und EG-Beitritt), die von der Sowjetunion abhängige Deutsche Demokratische Republik schuf einen kommunistischen Einheitsstaat mit Planwirtschaft. Wachsende wirtschaftliche und innenpolitische Schwierigkeiten bewirkten 1989 den Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft in der DDR, die 1990 nach den ersten freien Wahlen zunächst eine Wirtschaftsunion mit der BRD einging und dieser am 3. Oktober 1990 unter der Bezeichnung "neue Bundesländer" beitrat. 2005 wurde mit Angela Merkel die erste Frau in der Geschichte Deutschlands zur Bundeskanzlerin gewählt. Außenpolitisch spielt Deutschland vor allem eine führende Rolle im europäischen Einigungsprozess, allerdings brach es aufgrund seines hohen Haushaltsdefizits bereits wiederholte Male den EU-Stabilitätspakt.